Es gibt ein Wort, das in der OnlyFans-Bubble für mehr Kontroverse sorgt als fast alles andere.
Ein Wort, das die durchschnittliche Reddit-OnlyFans-Creatorin nachts in ihren Albträumen hört und einigen anderen gleichzeitig ruhige Nächte beschert.
Hier kommt es. Bereit? Trigger-Warnung!
„OnlyFans-Agenturen.”
Viele, die noch keine Erfahrung mit Management gemacht haben, hören von anderen Models haarsträubende Geschichten, fast wie die Horrormärchen, die Erwachsene ihren Kindern erzählen, damit sie endlich lernen, lesen oder ihr Gemüse essen.
Entsprechend stellen sich die meisten Creator einen Agentur-Manager so vor: schwarz gekleidet, tätowierte Unterarme, finstere Miene, Sonnenbrille. Letztere vor allem, um vom noch reichlich jugendlichen Gesicht abzulenken. Leute, die man von ihrem Auftreten her getrost als „Online-Pimps” bezeichnen könnte. Eine Wish-Version von Andrew Tate.
Klingt schaurig?
Ist leider gar nicht so weit von der Realität entfernt.
Wir bei Phoenix Studios führen viele Gespräche mit Models außerhalb unserer Agentur. Bei manchen Geschichten, die wir über sogenannte „Manager” gehört haben, wussten wir nicht, ob wir lachen oder weinen sollten.
Heißt das, dass alle Agenturen schlecht sind? Nein.
Die Wahrheit ist: Fast jedes extrem erfolgreiche Model arbeitet mit einer Agentur. Weil eine gute Agentur einen gewaltigen Unterschied macht. Sie bringt Expertise und Ressourcen, übernimmt Marketing und OnlyFans-Management, ist auch abseits des Geschäfts für ihre Creator da und sorgt so für stressfreies Arbeiten, enorme Zeitersparnis und konstant steigende Umsätze.
Die eigentliche Frage ist also nicht ob, sondern: Wie erkennt man die richtige Agentur, die einen wirklich nach vorne bringt, statt nur die eigene Zeit zu verschwenden?
Die Antwort: Man achtet auf bestimmte Red Flags, bevor man unterschreibt.
Genau diese Red Flags übersehen die meisten Creator und machen deshalb immer wieder dieselben schlechten Erfahrungen mit selbsternannten „Agenturen”. Damit dir das nicht passiert (oder nicht noch einmal passiert), haben wir dir die wichtigsten hier aufgelistet. Damit du nie wieder auf eine schlechte Agentur oder einen „Online-Pimp” hereinfällst.
1. Vorkasse oder Aufnahmegebühr
Die wohl offensichtlichste aller Red Flags.
Tatsächlich sind aber leider schon einige Creator darauf reingefallen, deswegen haben wir sie mit aufgenommen.
Meistens läuft es so ab: Eine Creatorin kommt mit einer Agentur in Kontakt. Man bespricht das Grobe und führt ein Erstgespräch. Hier hört sich alles gut an, bis die Agentur auf einmal eine Aufnahmegebühr verlangt.
Das wird in der Regel gut begründet. Man brauche die Startgebühr, um Werbung zu schalten, Accounts zu kaufen, Shoutouts zu finanzieren und so weiter. Schließlich sei es ein Risiko für die Agentur, weil du ja ein neuer Creator bist, und sie würden ja schließlich auch selbst investieren.
Oft werden dir dabei sogar „Belege” gezeigt, um das Ganze zu untermauern.
Niemals drauf reinfallen. Keine seriöse Agentur macht so etwas.
In den meisten Fällen halten sie ihre Versprechen nicht. Deine Vorkasse behalten sie trotzdem.
Wir kennen keinen einzigen Creator, bei dem das jemals gut ausgegangen ist.
Deshalb gilt: Eine seriöse Agentur verlangt niemals Geld im Voraus. Wer eine Aufnahmegebühr will, ist raus.
2. Fehlender Account-Zugriff und Login
Eine der Sachen, die am häufigsten passieren, und bei der wir uns jedes Mal wieder an den Kopf fassen, weil die Dreistigkeit uns überrascht.
Diese eklige Angelegenheit passiert meistens nach dem Gespräch und dem Vertragsabschluss.
Du denkst, du hast alles mit der Agentur geklärt, und bist zuversichtlich für eine gute Zusammenarbeit.
Dann heißt es aber plötzlich von Seiten der Agentur, sie müssten E-Mail und Passwort ändern. Oder, wenn sie einen neuen OnlyFans-Account erstellen, geben sie dir nicht mal Zugriff.
Dasselbe passiert mit den Social-Media-Accounts, die fürs Marketing verwendet werden. Auch hier bekommt die Creatorin entweder den Login nicht, oder die Zugangsdaten werden geändert.
Auch das wird wieder schön begründet: Es sei sicherer, die Bann-Chancen würden sinken. Meistens wird hier mit deiner Angst gespielt.
In den meisten Fällen wollen sogenannte Agenturen das tun, um Kontrolle über dich zu haben, sodass du dir keine andere Agentur suchst, wenn du mal nicht zufrieden bist.
In den schlimmsten Fällen wird das benutzt, um die Creatorin zu betrügen.
Bei einer Creatorin, mit der wir uns unterhalten haben, ist es genau dazu gekommen: Sie wurde von ihrer alten Agentur um hohe Summen betrogen. Wie erwähnt wurde ihr der Zugang zum OnlyFans-Account versperrt, wegen möglicher „Risiken”. Die Agentur hat sich dann immer selbst ausgezahlt und der Creatorin nur ihren Teil überwiesen. Als Beleg zeigte sie ihr jedes Mal Screenshots von den Earnings.
Später kam heraus: Die Agentur hatte die Screenshots manipuliert. Die echten Umsätze waren um ein Vielfaches höher. Sie haben dem Model systematisch nicht einmal ein Viertel von dem geschickt, was ihr eigentlich zustand.
Deshalb gilt: Kläre immer vorher genau ab, dass du jederzeit vollen Zugriff auf alle Accounts und Profile hast.
3. Großspuriges Auftreten & unrealistische Versprechen
Der Punkt, der harmlos erscheint, aber häufig dazu führt, dass du deine Zeit verschwendest.
Hier werden meistens schon vor Vertragsabschluss große Erwartungen befeuert. „Ja, mit uns erreichst du 100.000 $, bei zwei Stunden Arbeit am Tag, in drei Monaten!”
So sehr wir Optimismus auch schätzen: Hier müssen wir klar eine rote Linie ziehen.
Eine seriöse Agentur wird immer versuchen, dir ein realistisches Bild deiner Lage zu vermitteln, weil sie leere Versprechungen vermeiden will. Genau das unterscheidet eine seriöse von einer unseriösen Agentur. Die unseriöse erzählt dir das Blaue vom Himmel, damit du bloß den Vertrag unterschreibst. Die seriöse will, dass du realistische Erwartungen hast, damit du nicht enttäuscht bist, wenn du nach einer Woche noch keine 30.000 $ verdient hast.
Wie lässt sich hier Schwindel von Wahrheit trennen?
Immer nach Fakten und nach dem genauen Vorgehen fragen. Und auf klaren Referenzen beharren, hier trennt sich meistens die Spreu vom Weizen.
Noch ein Tipp: Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann stimmt es meistens auch nicht.
Deshalb gilt: Lass dich nicht von Zahlen blenden, sondern frag nach dem Weg dahin und nach Beweisen.
4. Knebelverträge
Wer kennt sie nicht, die „seriösen” Verträge mit drei Jahren Laufzeit und saftigen Strafzahlungen bei einer vorzeitigen Kündigung?
Spaß beiseite. Wir bei Phoenix Studios hatten schon ein paar Mal die Ehre, solche vertraglichen Prachtstücke begutachten zu dürfen, weil Creator sie uns gezeigt haben. „Gruselig” würde das, was wir gesehen haben, wohl am besten beschreiben.
Die Punkte sind dabei vielfältig, aber schau immer zuerst auf die Laufzeit des Vertrages und auf die Kündigungsbedingungen.
Wichtig: Lies immer durch, was du unterschreibst. Und im Zweifel lieber nicht unterschreiben.
Dass die meisten dieser Knebelverträge vor Gericht ohnehin nicht standhalten, sei dabei nur am Rande erwähnt. Ein Vertrag ist immer eine beidseitige Willenserklärung, und Klauseln, die über ein gesundes Maß hinausgehen, sind angreifbar. Trotzdem bleibt es wichtig, genau zu verstehen, was du unterschreibst, denn bis ein solcher Vertrag vor Gericht kippt, kostet dich der Weg dahin Zeit, Nerven und im Zweifel einen Anwalt.
Deshalb gilt: Prüfe Laufzeit und Kündigung, lies jede Zeile, und unterschreib im Zweifel lieber gar nicht.
5. Keine Referenzen
Seriöse Agenturen haben Referenzen. Punkt.
Wenn eine Agentur ihre Referenzen nicht zeigen möchte, dann meistens, weil sie schlicht keine hat. Und auch hier wird wieder schön argumentiert, mit Datenschutz oder irgendetwas anderem.
Allerdings ist das Unsinn. Man kann Referenzen zeigen, ohne dass der Datenschutz zum Problem wird.
Soll die Agentur jetzt alles vor dir offenlegen? Nicht unbedingt.
Die meisten seriösen Agenturen werden nicht jede Creator-Referenz ausführlich zeigen, einfach weil viele Creator nicht zustimmen, als Referenz verwendet zu werden, oder anonym bleiben wollen. Das ist völlig legitim.
Wichtig ist nur, dass eine Agentur dir überhaupt einige plausible Referenzen vorlegen kann. Kann sie das nicht, ist das ein klares Warnsignal.
Deshalb gilt: Lass dir Referenzen zeigen und akzeptier keine Ausreden, warum angeblich keine möglich sind.
6. Keine Ahnung von Steuern & Administration
Die meisten OnlyFans-Creator machen sich leider keine Gedanken darüber, ob eine Agentur sich mit Steuern und administrativen Dingen auskennt.
Ein großer Fehler.
Wenn du OnlyFans-Creator bist und eine Agentur beschäftigst, gilt das als geschäftliche Ausgabe. Und eine solche Ausgabe ist in fast allen Jurisdiktionen steuerlich absetzbar. Das heißt: Saubere Rechnungen der Agentur können deine Steuerlast deutlich senken, weil sich der Teil, den du der Agentur zahlst, von deinem zu versteuernden Gewinn abziehen lässt.
Die meisten dieser Agenturen haben davon allerdings keine Ahnung und bestehen nur auf ihrem Revenue Share, ohne dir je eine Rechnung zu stellen. Das endet früher oder später in Problemen. Für dich.
Eine gute Agentur ist hier klar proaktiv und kann dir sogar Tipps im steuerlichen und unternehmerischen Bereich geben.
Deshalb gilt: Kläre immer vorher ab, wie eine Agentur das handhabt und ob sie dir ordentliche Rechnungen stellt, bevor du unterschreibst.
7. Gehalt statt Earning-Share
Creator aus Südamerika, Afrika, Osteuropa und Asien, aufgepasst.
Diese geldgierige Taktik wird gerade bei Creatorinnen aus Regionen versucht, die vermeintlich als eher einkommensschwach gelten. Bei Creatorn aus den eben genannten Gebieten probieren das manche Agenturen besonders häufig. Es gibt aber auch Fälle, in denen so etwas in Westeuropa oder den USA versucht wurde.
Ihre Logik klingt simpel: Du bekommst ein Gehalt, sie nehmen alle Earnings von OnlyFans. In manchen Fällen wird dir zusätzlich noch ein verschwindend geringer Anteil der Earnings zugesprochen.
Das wird meistens damit begründet, dass du so kein Risiko trägst, das liege jetzt bei der Agentur. Außerdem hättest du die Sicherheit, immer stabil zu verdienen, selbst wenn OnlyFans mal schlechter läuft.
Die perfide Taktik dahinter: Die Agentur streicht in der Regel hohe Summen ein und fertigt dich mit einem „Gehalt” ab, sodass du nie wirklich mehr verdienst, selbst wenn dein OnlyFans boomt.
Hinzu kommt: Das kann steuerlich und rechtlich heikel werden, weil dein OnlyFans-Einkommen dein persönliches Einkommen ist, auf das du Steuern zahlst.
Um fair zu bleiben: Es gibt durchaus seriöse Agenturen, die mit Gehaltsmodellen arbeiten und damit auch echte Erfolge mit ihren Creatorn erzielen. Das Problem ist nicht das Gehalt an sich, sondern ein Gehalt, das in keinem Verhältnis zu dem steht, was du eigentlich einbringst. Genau da wird aus einem Modell eine Masche.
Deshalb gilt: Lass dich nicht mit einem „Gehalt” abspeisen, das in keinem Verhältnis zu deinen tatsächlichen Earnings steht, egal, wie verlockend die vermeintliche „Sicherheit” klingt.
8. Massenabfertigung & schlechte Ansprechpartner
Wenn du mit einer Agentur zusammenarbeitest, hast du in der Regel nur eine Agentur, die Agentur aber mehrere Creator. Das ist völlig normal, das ist das Wesen einer Agentur.
Allerdings sind manche Agenturen so unterbesetzt und überladen, dass sie sich keine Zeit mehr für ihre Creator nehmen. Und das ist eine große Red Flag.
Wenn du bei einer Agentur unterschreibst, willst du jemanden, der schnell arbeitet und immer für dich da ist. Denn dein OnlyFans ist dein Business.
Was du nicht willst: keinen Ansprechpartner oder einen schlechten. Einen, der dir nur gelegentlich antwortet und die emotionale Intelligenz eines Backsteins besitzt.
Wichtig ist, dass du genau das von Anfang an abklärst. Frag nach deinem festen Ansprechpartner, frag nach den Antwortzeiten, und verlass dich auf dein Bauchgefühl aus dem Erstgespräch.
Deshalb gilt: Kläre vor der Unterschrift, wer dein fester Ansprechpartner ist und wie schnell er erreichbar ist.
9. Druck & deine Wünsche übergehen
Der wohl emotionalste Punkt, und der Grund, warum viele Creator bei Agenturen zu Recht vorsichtig sind.
Meistens läuft es so ab: Du hast den Vertrag mit der Agentur bereits unterschrieben und klargestellt, dass du bestimmten Content nicht machen möchtest, oder dass gewisse Dinge auf OnlyFans nicht erwähnt oder verkauft werden sollen.
Statt jetzt auf dich zu hören, macht die Agentur genau das, was du nicht wolltest: Sie verkauft oder schreibt Dinge auf OnlyFans, die sie nicht sollte, oder gibt persönliche Daten von dir preis. Und damit ist nicht irgendeine Kleinigkeit gemeint. Manche plaudern deinen echten Namen, deine Stadt oder andere private Details aus, obwohl du das nie wolltest. Im schlimmsten Fall versucht sie, dich zu manipulieren, damit du doch den Content machst, den du eigentlich ablehnst.
Jede seriöse Agentur akzeptiert deine Limits und Wünsche als absolute, harte Grenzen und würde niemals versuchen, dagegen zu arbeiten.
Stelle deshalb unbedingt sicher, dass du es mit einer seriösen Agentur zu tun hast, ohne jeden „Online-Pimp”-Beigeschmack, bevor du einen Vertrag unterschreibst. Und falls du bereits mit so einer Agentur zusammenarbeitest: Schau, dass du so schnell wie möglich aus dieser „Zusammenarbeit” herauskommst.
Deshalb gilt: Deine Grenzen sind nicht verhandelbar. Eine Agentur, die sie übergeht, ist keine Agentur, sondern genau der Typ, vor dem dich dieser ganze Artikel warnt.
Fazit
Das waren die wichtigsten Red Flags, auf die du als Creator achten solltest, bevor du dich für eine Agentur entscheidest.
Und falls du bereits bei einer Agentur drinsteckst und dir gerade eine oder mehrere dieser Red Flags durch den Kopf gehen, dann kann es sich lohnen, sich nach Alternativen umzuschauen.
Wir könnten dir jetzt erzählen, wie großartig wir sind. Aber das würde nach allem, was du gerade gelesen hast, ziemlich billig klingen. Mach es lieber andersrum: Geh diese Liste durch und stell uns dieselben Fragen. Wenn wir bei einem einzigen Punkt durchfallen, weißt du, was zu tun ist.
Schreib uns einfach über das Kontaktformular, dann reden wir.